Das "Unterlinden-Museum", der international renommierte, kulturelle Höhepunkt der Geburtsstadt von Auguste Bartholdi, wird zurzeit in spektakulärer Weise vergrößert. Die Eröffnung des "Neue Unterlinden Museums" ist für Anfang 2014 vorgesehen. |

Erweiterung des Unterlinden-Museums durch die Stadt Colmar
Die Stadt Colmar hat ein ehrgeiziges Projekt zur Erweiterung des Unterlinden-Museums begonnen. Dieses umfasst ein neues und großzügiges Gebäude für moderne Kunst, die komplette Sanierung der ehemaligen Städtischen Bäder, prächtiger Gebäude aus der Jugendstil-Zeit (1906) direkt gegenüber vom Museum, eine partielle Erneuerung der gegenwärtigen Räumlichkeiten im ehemaligen Kloster und schließlich die Schaffung unterirdischer Säle, welche die beiden Ensembles verbinden sollen. Außerdem soll das benachbarte städtische Umfeld aufgewertet werden, insbesondere durch Aufdeckung des Sinnbach-Kanals sowie durch verschiedene Umgestaltungen.
Im November 2009 wurde das international bekannte Basler Büro von Herzog & de Meuron ausgewählt, um die Erweiterungsarbeiten am Museum Unterlinden durchzuführen.Jacques Herzog und Pierre de Meuron, geboren 1950, Diplom für Architektur 1975 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) begründen 1978 ihre Agentur, die im Jahre 1997 zu „Herzog & de Meuron“ wird.
Herzog & de Meuron beschäftigen gegenwärtig 360 Mitarbeiter, die an über 30 Projekten, verstreut über Europa, Amerika und Asien, arbeiten. Das Mutterhaus hat seinen Sitz in Basel, mit Filialen in Hamburg, London, Madrid und New York.
Gemeinsam mit Jacques Herzog und Pierre de Meuron, ist ihre Teilhaberin Christine Binswanger für das Projekt des Unterlinden-Museums verantwortlich."Das Projekt zur Erweiterung des Unterlinden Museums in Colmar umfasst zwei Einheiten, die sich auf dem zukünftigen Unterlinden-Platz unmittelbar gegenüber stehen: auf der einen Seite das Kloster mit der Kapelle, die gegenwärtig den Isenheimer Altar von Grünewald beherbergt, auf der anderen Seite der 'Neue Flügel', mit einem ähnlichen Volumen wie die Kapelle, gleichzeitig aber auch ihr Pendant, indem er nämlich mit den Gebäuden der ehemaligen Bäder einen zweiten Hof auf der anderen Seite des Unterlinden-Platzes bildet. Zwischen diesen beiden Ensembles markiert ein Haus die Präsenz des Museums in der Stadt.
Das Kloster und der Neue Flügel sind durch eine unterirdische Galerie verbunden. Diese Galerie durchquert das kleine Haus. Das Innere dieses Hauses ist weitgehend verglast und bietet einen freien Blick auf den Unterlindenplatz und umgekehrt.
Das Projekt vereinigt, in geradliniger und zwingender Weise drei Dimensionen: die städtebauliche, die museographische und die architektonische."Herzog & de Meuron, 2011
Der Neue Flügel, verkleidet mit Backstein und Kupfer, soll auf zwei Ebenen der Ausstellung von Werken der modernen und zeitgenössischen Kunst gewidmet sein. Diese Sammlung stellt Werke der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit (Magnelli, Poliakoff, Soulages, Bram van Velde, Viera Da Silva) sowie Meisterwerke von Dubuffet und Picasso in den Vordergrund.
Die berühmte „Tapisserie de Guernica“ nach dem Gemälde von Picasso wird in einem eigens dafür gewidmeten Raum ständig zu sehen sein.
Die dritte Ebene soll großflächige temporäre Ausstellungen ermöglichen.Diese unterirdische Verbindung soll in drei Ausstellungsräume gegliedert sein um Platz für die Geschichte des Museums, die Sammlungen von Kunstwerken des 19. Jahrhunderts sowie von Werken des ausgehenden 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts zu schaffen.
Der mittlere Saal soll den drei Meisterwerken dieser Sammlungen gewidmet sein (Monet, Rouault und Schuller).
Das Kleine Haus über der Galerie bringt Licht in diese unterirdischen Räume und markiert symbolisch die Verbindung zwischen dem ehemaligen Kloster, den Städtischen Bädern und dem zeitgenössischen Gebäude.
Die Lage dieses Hauses entspricht genau dem Eingang zum ehemaligen Bauernhof des alten Klosters.Der Chor der alten Kapelle soll ausschließlich dem Isenheimer Altar gewidmet sein.
Zeitgenössische Werke zur Erschaffung des Altars, wie der Altar von Veit Wagner, und der Schmerzensmann von Martin Hoffmann sollen im Kirchenschiff ausgestellt werden.
Durch Multimedia-Unterstützung soll den Besuchern geholfen werden, die Ikonographie und den Kontext dieses Meisterwerks des 16. Jahrhunderts besser zu verstehen.2007-2009 | Ausarbeitung des Projekts und Wahl der ausführenden Architekten: |
2010 et 2011 | Ausarbeitung der Baupläne |
Mai 2012 | Beginn der Bauarbeiten im Museum |

Maître d'oeuvre :
Cabinet d'architectes HERZOG & DE MEURON
www.herzogdemeuron.com